FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Thrombophilie/Blutunsgneigungsabklärung?
Was ist ein Risikofaktor?
Warum benötige ich eine Zuweisung?
Was ist eine Thrombose oder eine Embolie?
Wieso spricht man von venöser Thromboembolie?
Was ist eine tiefe Venenthrombose?
Was ist ein Faktor V Leiden?

Was kostet eine Thrombophilie/Blutunsgneigungsabklärung?

Wir stellen die Indikation zu Gerinnungsabklärungen eng und zwar im Rahmen einer Risiko/Nutzen Abwägung. Auschlaggebend bei der Entscheidung für oder wider eine Abklärung sind für uns

  • Der mögliche Nutzen, dem wir dem Patienten dadurch bieten können
  • Die Kosten/Risiken, die dem Patienten daraus erwachsen.

Wenn wir eine Abklärung als gerechtfertigt ansehen, bevorzugen wir in den meisten Fällen eine komplette Abklärung (s.u.). In Anbetracht der publizierten Evidenz, der Empfehlungen von relevanten Fachgesellschaften und basierend auf unserer Erfahrung decken wir mit unseren Abklärungsspektren die folgenden Entitäten ab:

  • Die häufigsten Krankheiten, die mit einem relevant erhöhten Thrombose-/Blutungsrisiko einhergehen UND
  • Seltenere Krankheiten, die aber so ein hohes Risiko mit sich bringen, dass man sie nicht verpassen darf.

Thromboserisiken und Blutungsrisiken sind oft supra-additiv. Das heisst, wenn mehrere dieser Risiken gleichzeitig vorliegen, ist das resultierende Risiko höher als die Summe der Einzelrisiken. Dies ist der Hauptgrund, warum wir komplette Abklärunmgen bevorzugen. In Einzelfällen und auf besonderen Wunsch führen wir selbstverständlich auch partielle Abklärungen durch.

Kosten der verschiedenen Abklärungen variieren in Abhängigkeit der Teilbefunde von einem Fall zum anderen. Die Kosten setzen sich zusammen aus dem medizinischen und dem Laborteil. Der medizinische Teil wird nach dem kantonal gültigen Tarmed Reglement abgerechnet, das sich nach zeitlichem Aufwand, Schwierigkeit und benötigter Infrastruktur richtet. Der Laborteil beläuft sich bei einer kompletten Abklärung grössenordnungsmässig auf circa 900 CHF. Diese Zahl ist nicht verbindlich. Fragen Sie uns zu Ihrem konkreten Fall an.

Was ist ein Risikofaktor?

Einen Riskofaktor (RF) kann man als eine Grösse definieren, die mit einem statistisch definierbaren Risiko einer Krankheit oder einer Komplikation einhergeht. Man unterscheidet angeborene von erworbenen RF. RF können modifizierbar (z.B. das Rauchen) und nicht modifizierbar sein (z.B. das Alter)

RF sind statistsiche Grössen. Man benötigt epidemiologische Studien mit grossen Patientenzahlen, um sie zu definieren. Dementsprechend sagen RF etwas über Populationen bzw. grössere Gruppen von Patienten aus. Auf den konkreten Einzelfall erlauben sie nur bedingt oder gar nicht Rückschlüsse.

RF kann man durch ein absolutes (AR) und ein relatives Risiko (RR) beschreiben. Das AR kann man definieren, als die Häufigkeit innerhalb einer Population (z.B. Anzahl der Patienten/100000 die diesen RF aufweisen oder Anzahl Patienten/100000 Personen die innerhalb eines Jahres eine Erkrankung erleiden).

Das RR vergleicht das Risiko bei Betroffenen und nicht Betroffenen (z.B. Menschen mit und ohne diagonalen Ohrläppchen Falten). Ab welchem RR ein RF klinisch relevant ist, ist umstritten. Sicher ist, je höher das RR desto relevanter ist ein RF. RF mit einem RR < 1.5 sind selten relevant, hingegen RF mit einem RR von >2 sind oft relevant.

Warum benötige ich eine Zuweisung?

Kommunikation
Wir bieten Spezialabklärungen an. Diese dürfen und wollen wir nur mit Ihrer Zustimmung machen. Eine Zuweisung durch eine Kollegin oder Kollegen, definiert für uns den medizinischen Anspechpartner Ihrer Wahl, mit dem wir Ihr Problem angehen können. Das Zuweisungsschreiben liefert uns zudem wichtige Basisinformationen.

Dokumentation
Uber unsere Untersuchungsresultate können wir einen Bericht verfassen. Gemäss geltender Bestimmungen ist es für uns als Dienstleistungserbringer dieser medizinischen Leistung hilfreich, wenn dafür eine formelle Anfrage eines niedergelassen Arztes vorliegt.

Gesetzlicher Kontext
Die meisten – aber nicht alle – unserer Abklärungen sind krankenkassenpflichtig, d.h. sie werden nach Berücksichtigung des Selbstbehalts und der Franchise übernommen. Bei Abklärungen deren Deckung fraglich ist, hilft uns der Zuweiser den Sachverhalt vor der Unteruschung bei uns zu klären, damit wir nur die Tests vornehmen, die Sie in Kenntnis der Kostendeckungsfrage auch tatsächlich wünschen.

Was ist eine Thrombose oder eine Embolie?

Wenn sich innerhalb eines Blutgefässes ein Gerinnsel bildet spricht man von einer Thrombose. Je nach der Lokalisation im Gefässbett, wo die Thrombose auftritt spricht man von einer arteriellen oder venösen Thrombose. Es gibt auch sog. atypische Thrombosen, die an ganz speziellen Orten auftreten zB in Blutgefässen der Netzhaut (sog retineale Gefässe), grosskalibrigen venösen Blutgefässen im Gehirn (sog. Sinus) oder im Bereich der Pfortader. Je nach Manifestationsort gelten verschiedene Risikofaktoren. RF des arteriellen Gefässbetts sind der hohe Blutdruck, erhöhte Blutfette, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), das Rauchen, die Familiengeschichte, massives Uebergewicht. Im venösen Bereich gelten andere Thromboserisikofaktoren: Trauma und Operationen, Immbolisation, chronisch entzündliche Erkrankungen, Uebergewicht, die Einnahme gewisser Hormone und Tumorerkrankungen. Aufgrund der in den verschiedenen Stromgebieten gültigen RF haben wir zur Abklärung der Thrombophilie in diesen Stromgebieten auch verschiedene Abklärungsprofile etabliert (s. Thrombophilieabklärung bei venöser, arterieller oder atypischer Manifestation.

Wenn sich ein Teil einer Thromboee ablöst und mit dem Blutstrom wegtransportiert wird, spricht man von einer Embolie. Arterielle Embolien verstopfen in der Periphere oft ganze Stromgebiete im Gehirn (sog Hirnschlag oder Schalganfall, izerebrovaskuklärer Insult) oder Milzinfarkt. Venöse Embolien wandern durch das rechte Herz und enden oft in der Lunge (Lungenembolien).

Wieso spricht man von venöser Thromboembolie?

Es gibt mehrere Gründe warum man von der klinischen Entität „venöse Thromboembolie“ spricht und nicht die tiefe Venenthrombose von der Lungenembolie abgrenzt. Ein Grund dafür liegt darin, dass ca. 40% der Patienten, die sich wegen Symptomen einer tiefen Venenthrombose auf einer Notfallstation melden, gleichzeitig – ob Sie es merken oder nicht – eine Lungenembolie aufweisen. Diese Ueberlappung macht eine Abgrenzung schierig. Ein anderer Grund ist, dass die akute Behandlung einer tiefen Beinvenenthrombose und die einer Lungenembolie vereinfachend gesagt gelich sind. Beide Manifestationsbilder der VTE ziehen eine sogenannt therapeutsich dosierte Antikoagulation (Blutverdünnung) nach sich.

Was ist eine tiefe Venenthrombose?

Ob und wie lange man Patienten mit einer VTE das Blut verdünnen muss hängt u.a. von dem assoziierten Risiko ab deswegen Komplikationen zu erleiden ab. Die schwerwiegenste (und seltene: wenige %) Komplikation ist der Tod, eine andere relevante Komplikation ist das sog. Postthrombotische Syndrom, die bei ca 20% der Betroffenen auftritt.

Man spricht von einer tiefen Bein Venenthrombose wenn Sie eine der folgenden Venen betrifft: . Die Körperstammnahen („proximale“) Beinventhrombose sind mit einem relevanten Risiko assoziert, dass der Betroffene auch eine Lungenembolie erleidet. Schwere Lungenembolien sind potentiell tödlich. Körperstammferne sog distale TVT (lokalisiert bis unterhalb der Kniebeuge) haben ein sehr geringes Lungeembolierisiko, so dass es umstritten ist, ob man diese Formen der TVT überhaupt antikoagulieren muss. Man darf es aber durchaus tun, z.B. um Symptome zu lindern.

Was ist ein Faktor V Leiden?

Es handelt sich um eine genetische Variante des Gerinnungsfaktor V. So wie Menschen verschiedene Augenfarben haben können (sog. genetischer Polymorphismus), so gibt es auch verschiedene Varianten des Gerinnungsfaktor V. Das Wort Leiden bezieht sich hier nicht auf Krankheit oder ähnliches sondern auf das wunderschönen Stätdtchen Leiden in den Niederlanden, wo diese Gen-Variante entdeckt wurde.

Der FVL kann in verschiedenen Ausprägungen vorkommen. Erhält man eine Kopie des FVL Gens von einem Elternteil, dann ist man sogenant „heterozygot“. Erhält man hingegen von beiden Elternteilen eine solche Genkopie dann ist man sog. „homozygot“. Bei Genkopien  ohne Mutation im Gen des Faktor V spricht man vom sog. „wildtyp“.

Die absolute Häufigkeit (s. asbolutes Risiko) vom FVL ist ca 6%. Wenn man Träger des FVL ist hat man im Vergelcih zur nicht betroffenen Population ein erhöhtes Risiko venösen Thromboembolien zu erleiden (s. ZPTH Info – venöse Thrombophilie).

Referenzen: 1.) Lichstein E et al.. Diagonal ear-lobe crease: prevalence and implications as a coronary risk factor. N Engl Med 1974; 290:615.

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